E-Bike selber nachrüsten

Sie haben bereits ein gutes Fahrrad und möchten trotzdem auf die motorisierte Variante umsteigen ohne ein neues Fahrrad kaufen zu müssen? Dann haben Sie die Möglichkeit Ihr altes Fahrrad mit einem speziellen Bausatz zum E-Bike umzubauen. Dafür können Sie entweder das Vorderrad oder das Hinterrad gegen ein E-Bike Rad austauschen. Wenn Sie bereits Erfahrungen im Reifenwechsel haben, sollten Sie den neuen Bausatz selbst montieren können, wobei ein Vorderradmotor einfacher einzubauen ist. Im Hinterreifen kann die Gangschaltung Probleme bereiten – lassen Sie sich deshalb lieber von einem Fachhändler beraten.

Was beinhaltet ein E-Bike Nachrüstsatz?

Neben dem neuen Vorder- bzw. Hinterrad sollte der Nachrüstsatz folgende Bauteile enthalten: Halterung für den Akku, Akku (wird nicht bei allen Anbietern mitgeliefert), Kabel, Schrauben, Steuereinheit für die Energieeinteilung.

Was muss ich beim Umbau unbedingt beachten?

  • die Entscheidung zwischen Nabenmotor und Mittelmotor: Nabenmotoren lassen sich in der Regel leichter einbauen, da sie keine besonderen Ansprüche an den Fahrradrahmen stellen
  • ein Vorderradnabenmotor lässt sich nicht mit einem Nabendynamo kombinieren
  • Hinterradmortoren können nur mit Kettenschaltungen kombiniert werden
  • die angegebene Leistung muss den Anforderungen an das E-Bike entsprechen. Möchten sie auf ein normales Pedelec aufrüsten, darf der Motor die Leistung von 250 W nicht überschreiten.
  • das Fahrrad muss einen stabilen Rahmen haben; Lenker, Gabel und Rahmen dürfen keine Ermüdungsentscheidungen aufweisen
  • sehr gute Bremsen, die mit dem erhöhten Gewicht des E-Bikes umgehen können

Gesetzliche Regelungen

Bevor Sie mit dem Umbau Ihres Rades starten, sollten Sie einige gesetzliche Grundladen unbedingt beachten. Bauen Sie Ihr E-Bike in Eigenregie um, erlischt die Garantie des Herstellers, da Sie nun rechtlich gesehen der Hersteller des Fahrrades sind. Deshalb empfiehlt es sich den Einbau an einen Fachhändler bzw. an eine Werkstatt zu übergeben. Mit dem Einbau des Nachrüstsatzes wird der Fachhändler zum Hersteller mit allen Gewährleistungen, d.h. er muss bei einem Unfall, der durch einen Defekt des Fahrrades verursacht wird, ggf. Schadensersatzansprüche bedienen. Aus diesem Grund lehnen viele Fachhändler den Einbau der Nachrüstsets von vornherein ab.

Ein weiterer Vorteil beim Einbau durch einen Experten ist, dass dieser gleichzeitig Ihr Fahrrad auf Eignung überprüfen kann. Rahmen, Gabel und Lenker dürfen keine Ermüdungserscheinungen zeigen und auch die Bremsen müssen einwandfrei funktionieren. Oft kann es passieren, dass die Bauteile eines eigentlich guten Fahrrades, nicht für den Einsatz an einem E-Bike geeignet sind.

Rüsten Sie Ihr Fahrrad zu einem S-Pedelec um, müssen Sie zusätzlich eine Haftpflichtversicherung abschließen und Ihr S-Pedelec zum TÜV bringen. Eine Betriebserlaubnis ist bei diesen Rädern Voraussetzung.