Radwege in Deutschland und Europa

Die ersten Fahrradwege wurden in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut, ohne dass es dafür einheitliche Richtlinien gab. Radfahrer benutzten in dieser Zeit, in der das Auto noch längst nicht die überragend wichtige Rolle im Straßenverkehr spielte wie heute, die allgemeinen Straßen. Ab den dreißiger Jahren wurden immer mehr Fahrradwege gebaut und die Radwegebenutzungspflicht eingeführt. Ziel der Verkehrspolitik war die Schaffung von "radfahrerfreien" Straßen für den Autoverkehr. Dieser Trend hielt bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts an.

Neueste Entwicklungen

Erst 1998 wurden mit der Novellierung der Straßenverkehrsordnung höhere qualitative Standards für Fahrradwege festgesetzt. Bei Radwegen, die diesen Standards nicht entsprachen, entfiel die Benutzungspflicht. Seitdem hat sich die Qualität der Fahrradwege deutlich verbessert.

Beschaffenheit und Arten von Fahrradwegen

Fahrradwege sind höchst unterschiedlich ausgestaltet. Es gibt schmale Fahrspuren am Rand eines Fußweges, die kaum gepflegt werden und immer wieder zu Kollisionen mit Fußgängern oder Behinderungen durch parkende Autos führen. Aber auch gut ausgebaute, teilweise sogar zweispurige Fahrbahnen mit vorbildlicher Ausschildung sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Oft sind Fahrradwege auch als getrennte Markierungen auf der äußersten rechten Seite der Straße zu finden.

Radwanderwege

Besonders interessant für Radreisende sind die Radwanderwege, die über eine längere, teils länderübergreifende Strecke führen und durchgehend ausgeschildert sind. Der ADFC (Allgemeine Deutsche Fahrradclub) hat hierfür einige Mindeststandards aufgestellt - beispielsweise eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr und eine naturnahe Routenführung. Diese Radwanderwege eignen sich hervorragend für Radurlauber. Es gibt zahlreiche Landkarten, deren Fokus insbesondere auf diesen Radwanderwegen liegt.

Der Ostseeradweg

In Deutschland gibt es viele ganz besonders schöne Radwanderwege. Einer der beliebtesten ist der Ostseeradweg, der von Lübeck über Boltenhagen, Wismar, Kühlungsborn, Warnemünde und Fischland/Darß bis nach Stralsund führt. Fast 300 Kilometer sind auf dieser landschaftlich wunderschönen und abwechslungsreichen Strecke zu bewältigen - eine Tour, für die man durchaus einen Urlaub von zwei bis drei Wochen einplanen kann. Schauen Sie sich dazu auch unsere Bilder-Galerie Ostseeradweg an.

Naturbesonderheiten

Mit dem Fahrrad kann man die Natur hautnah erleben. Aber auch wenn das Velo zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln gehört und die Umwelt sehr viel mehr schont als zum Beispiel eine Flug- oder Autoreise, sollte auch der Fahrradurlauber auf die Belange des Umweltschutzes achten - insbesondere bei der Müllentsorgung. Die Beachtung der besonderen Regelungen für Naturschutzgebiete sollte ebenfalls selbstverständlich sein.